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Den Gründergeist nach Emden getragen

Erstes Startup Weekend Ostfriesland Energie & Digitales war ein Erfolg / Für 2019 ist eine Wiederholung geplant

Wie gründet man eigentlich ein Unternehmen – und das an nur einem Wochenende? Damit haben sich 28 junge Menschen aus der Region am vergangenen Wochenende in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden befasst. Sie nahmen am Startup Weekend Ostfriesland Energie & Digitales teil. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Stadtwerken Emden, Startup Germany und der Deutschen Energie-Agentur.

„Wie wollt ihr die Zukunft Ostfrieslands gestalten?“, fragte Markus Schranner von Startup Germany aus Berlin bei der Eröffnung. Er erläuterte das Konzept der Veranstaltung, bei der die Teilnehmer Ideen entwickeln, um Lösungen für Probleme aus den Bereichen Energie und Digitales zu finden.

Startup-WeekendDie ersten Vorschläge der Teilnehmer reichten von der Energiegewinnung mit Regenwasser bis hin zu einer gemeinsamen Börse für verschiedene Arten von Fracht. In Gruppen konzentrierten sich die Teilnehmer schließlich bis zum Sonntagnachmittag auf vier Ideen: eine Solarbox für Musik auf Festivals, sicheres WLAN, Wasserstoff aus Kläranlagen für den Verkehr und eine App zum Verpacken virtueller Geschenke.

Mentoren aus unterschiedlichen Bereichen unterstützten die Teilnehmer am Samstag dabei, ein Start-up auf die Beine zu stellen. Sie standen ihnen zur Seite, wenn es um Fragen zur Finanzierung, zu Alleinstellungsmerkmalen, zur Konkurrenz oder um die Zielgruppe und mögliche Kooperationspartner ging. „Uns ist wichtig, dass die Mentoren sich nicht aufdrängen“, sagte Markus Schranner. „Es sollen weiterhin die eigenen Ideen der Teilnehmer bleiben, die aber gerne um Hilfe bitten dürfen.“

Am Sonntagabend schließlich präsentierten die vier Gruppen jeweils fünf Minuten lang ihre Ergebnisse. Eine fünfköpfige Jury stellte Rückfragen und bewertete die Projekte. Dabei ging es zum Beispiel darum, ob das Geschäftsmodell ausgereift erschien oder ob die Teilnehmer tatsächlich mit potenziellen Kunden gesprochen hatten, um den Markt zu analysieren.

Am Ende setze sich die Gruppe „Wcure“, die sich mit sicherem WLAN befasst hatte, knapp vor der Gruppe „Solar Sound“ und ihrer Festivalbox durch. Die Sieger erhielten unter anderem ein Büro für ein Jahr samt Internet und Kaffee, eine Logoentwicklung und ein Geschäftskonto für ein Jahr. Aber auch die anderen Gruppen bekamen jeweils Preise, darunter zum Beispiel Workshops und Rechtsberatungen.

Markus Schranner machte den Teilnehmern zum Abschluss Mut, ihre Ideen weiter umzusetzen: „Wenn ihr eine Veränderung erreichen möchtet, dann müsst ihr dafür eintreten“, sagte er. „Junge Leute können und dürfen fast alles, aber viele trauen sich nicht oder geben schnell auf, wenn sie auf Widerstand stoßen. Ihr habt die Chance, mit anderen Menschen gemeinsam etwas zu bewegen.“

Bernd Bureck, Geschäftsführer der Zukunft Emden, zeigte sich mit dem Startup Weekend zufrieden. „Es sind sehr viele gute Ideen entstanden“, sagte er. „Wir möchten das Thema Startups deutlich stärker als bisher in Emden verankern.“ Er sei sich mit Manfred Ackermann von den Stadtwerken und Marcia Schranner von Startup Germany einig darüber, dass das Thema bei der Zukunft Emden gut aufgehoben sei: „Wir wollen weitere Anreize schaffen, um Menschen mit innovativen Ideen dazu anzuregen, ihre Entwürfe für die Zukunft von Ostfriesland umzusetzen.“

Es sei wichtig, den Gründergeist in Emden weiter zu fördern, sagte Bureck: „Wir wollen Emden neu erfinden. Wir möchten eine neue Ära begleiten, in der sich Emden von einem alten Industriestandort in eine smarte, digitale Stadt verwandelt.“ Um die Startup-Szene weiter in Emden zu verwurzeln, sei allerdings eine breite Koalition gefragt. Bureck sagte: „Wir hoffen, dass auch die Wirtschaft in der Region dieses Themenfeld in Zukunft begleitet und unterstützt.“

Auch Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden, war mit der Veranstaltung zufrieden. Er sagte: „Das Wochenende war ein voller Erfolg. Es hat gezeigt, dass die Region viele Talente hat und wir diese Potenziale heben müssen.“ Geplant sei, die Veranstaltung im kommenden Jahr zu wiederholen.

 

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